Über uns

Lehrlinge nehmen im Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (KWP) einen ganz besonderen Stellenwert ein. Dem KWP ist es sehr wichtig, jungen Menschen eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Eine individuelle Betreuung und eine optimale Ausbildung garantieren einen perfekten Start ins Berufsleben!

Wir bieten fünf Lehrberufe an: 

  • Informations-Technologin/Technologe
  • Koch/Köchin
  • KonditorIn
  • Bürokauffrau/-kaufmann
  • Finanz- & RechnunswesenassistentIn 

Das Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser stellt durchgängig 100 Lehrstellen zur Verfügung, ein Teil davon für leistungsschwächere Jugendliche. So sind im gastronomischen Bereich von der Gesamtzahl an Kochlehrlingen ein Viertel sogenannte „integrative Lehrlinge“. Das Ziel der strategischen Ausrichtung lautet einerseits sozialpolitische Verantwortung für die Ausbildung junger Menschen zu übernehmen. Andererseits gewinnt das KWP durch die Ausbildung von Lehrlingen auch an Aufmerksamkeit als attraktiver Arbeitgeber. 

Integration durch Lehre

Integration durch Lehre

Seit September 2016 haben außerdem unbegleitete jugendliche Asylsuchende im Rahmen des Projekts „Integration durch Lehre“ die Möglichkeit eine Kochlehre im KWP zu absolvieren. Denn Anwärter auf Asyl sind zum Nichtstun verdammt, sie suchen Beschäftigung, Sinn und eine Perspektive.

Bei der diesjährigen SozialMarie-Preisverleihung wurde das KWP-Projekt „Integration durch Lehre“ ausgezeichnet. Karl Amon, langjähriger Radio-Direktor, Radio- und Fernseh-Chefredakteur, übernimmt dieses Jahr den aktiven Ehrenschutz und wird das Projekt ein Jahr lang begleiten.

In diesem Film der SozialMarie wird das KWP für sein Sozialengagement erwähnt und unsere Integration durch Lehre-Maßnahme vorgestellt: 

Das KWP versucht Abhilfe zu schaffen, indem es einer gesellschaftlich wenig beachteten, teilweise diskriminierten Zielgruppe eine integrative Lehre ermöglicht und dabei erlaubt, dass jugendliche Flüchtlinge etwas Sinnvolles tun, eine Ausbildung machen und eine Perspektive mit dem Finanzieren ihres Lebensunterhaltes finden. Dabei wird Integration gewährt und gelebt.

2017, im zweiten Jahr des Projekts, ging das KWP dazu über, Jugendliche aus den klassischen Fluchtländern (Afghanistan, Syrien, Somalia), die teils mit Angehörigen ins Land gekommen sind, in das Projekt einzubinden. Die Jugendlichen bekommen zusätzlich Unterstützung in Form von Deutschkursen, Nachhilfeunterricht für die Berufsschule und beim Umgang mit diversen Behörden. Diese Förderung wird von MitarbeiterInnen des Unternehmens koordiniert und durchgeführt.


„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und möchte mich bei der Jury für die Anerkennung unseres Projekts bedanken. Dank auch an alle, die tagtäglich dazu beitragen, dass Integration in den Häusern zum Leben nicht nur gelebt wird, sondern auch ein wegweisendes Modell für die Integration von unbegleiteten Flüchtlingen durch die Möglichkeit einer Kochlehre aufzeigt.“
Mag.a Gabriele Graumann, KWP-Geschäftsführerin


Asylwerbende und -berechtigte in eine Berufsausbildung zu integrieren erfordert die Bereitschaft, nicht nur besondere Anforderungen dieser Zielgruppe anzuerkennen und zu berücksichtigen. Auch bürokratische Hürden, der Mangel an vorhandenen hilfreichen Strukturen und nicht zuletzt Vorurteile müssen immer wieder überwunden werden, um den Erfolg zu gewährleisten.

Integration durch Lehre

Vonseiten der Jugendlichen besteht der unbedingte Wunsch sich im Gastgeberland „nützlich zu machen“. Die Jugendlichen haben alle Möglichkeiten sich im umfassenden KWP-Lehrlingsförderprogramm zu beweisen. Dabei schreitet die sprachliche Entwicklung voran, sie werden als zuvorkommend und überaus interessiert beschrieben.


„Es freut mich besonders, jungen Menschen, die zu uns gekommen sind, eine tolle Ausbildung anbieten und ermöglichen zu können. Das Schöne am Beruf des Kochs ist, dass man sich damit in Österreich aber auch international eine Zukunft aufbauen kann, die selbstbestimmt ist.“
Robert Guschelbauer, Bereichsleiter Gastronomisches Management KWP


Die Zielgruppe – derzeit insgesamt zehn Personen oder zehn Prozent aller KWP-Lehrlinge – wird durch Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule in das Projekt aktiv miteinbezogen. Zugleich ergeben sich viele positive Kontakte durch Aktivitäten in der Lehrlingsgruppe und durch den Austausch mit der inhomogenen Gruppe von insgesamt 4.200 KWP-MitarbeiterInnen, die aus über 60 verschiedenen Ländern kommen. Dabei wird Diversität im Alltag gelebt. Lehrlinge erleben sich als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft und des jeweiligen Teams, gewinnen Selbstwirksamkeitserfahrungen durch die Ausbildung bei KundInnen und KollegInnen, Vorurteile werden auf beiden Seiten abgebaut und der Horizont aller Beteiligten wird erweitert.


„Integration durch Lehre – ‎verkörpert und getragen von allen MitarbeiterInnen des Unternehmens, aus diesem Grund ein Erfolgsmodell.“
Erich Lobinger, KWP-Lehrlingsbeauftragter


Und es kann sich ein Imagewandel vollziehen: Statt als hilfsbedürftige EmpfängerInnen von Sozialleistungen wahrgenommen zu werden, werden die TeilnehmerInnen (auch in der Eigenwahrnehmung) als aktive, engagierte junge Menschen gesehen, die ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander leisten und ihre professionellen Kenntnisse und sozialen Fähigkeiten noch weiter ausbauen. Sie sehen in eine Zukunft, statt in die Vergangenheit.

Integration durch Lehre

Weitere Informationen:
www.fluechtlingshilfe-kwp.at
www.sozialmarie.org